Dennis Thiel: “Meme, Gehirne und virale Informationsweitergabe”
Ruhr-Universität Bochum
“Meme, Gehirne und virale Informationsweitergabe” -
Vorwissenschaftliche Gedanken mit Auftrag an die Linguistik
Abstract:
Der Evolutionsbiologe Richard Dawkins stellt 1976 in seiner Monographie The selfish gene die These auf, dass Gene nicht die einzige Art von Replikatoren sind, die existieren. In einem Gedankenspiel kreiert er eine neue Art von Replikatoren - die Meme. Meme sind Elementareinheiten kultureller Evolution, die durch Imitation weitergegeben werden.
Wenngleich die „Memetik” bislang höchstens als populärwissenschaftliche Leistung Anerkennung findet und viele Fragen offen lässt, so wirkt die elegante Analogie zwischen biologischer und kultureller Evolution doch auf das kreative Forschungspotenzial insbesondere junger Forscher/innen verschiedener Disziplinen: Replikation und Mutation kultureller Informationen durch Imitation sind fast immer zu identifizieren, sobald Menschen handeln - insbesondere auch sprachlich handeln.
Dieser Vortrag ist bewusst als „vorwissenschaftlich” gekennzeichnet, da es nicht das Ziel ist, die Wissenschaftlichkeit der Mem-Theorie zu verifizieren oder zu falsifizieren. Vielmehr sollen einzelne Vorüberlegungen der Memetik modifiziert werden, um mit ihnen sprachliche und kulturelle Phänomene zu erklären, die als „viral” bezeichnet werden können.
Der Fokus liegt dabei einerseits auf der Untersuchung von in ihrem Wahrheitsgehalt fragwürdigen Informationen und andererseits auf Hypothesen zu rhetorischen Manipulationsstrategien.
