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Christoph Villis: Eine korpusbasierte Analyse zur Präferierten Argumentstruktur im gesprochenen Deutsch

Bloged in Neuigkeiten von Marek Donnerstag November 5, 2009
Christoph Villis
Ruhr-Universität Bochum

Eine korpusbasierte Analyse zur Präferierten Argumentstruktur im gesprochenen Deutsch

Abstract:

Zunächst eingeführt von John W. Du Bois existieren Analysen zur Präferierten Argumentstruktur (PAS) nicht nur für nicht-indoeuropäische Sprachen, für die Du Bois erstmals diese Theorie entwickelte, sondern auch für Sprachen wie das Englische oder das Spanische, jedoch nicht für das Deutsche. Die Grundthese der PAS ist eine recht simple: Es wird angenommen, dass in einem Satz, also im gesamten Valenzfeld eines finiten Verbs, maximal eine volle lexikalische NP in gesprochener Spontansprache als direktes Argument realisiert wird.
(1)[Ein Polizist sieht eine Frau in einem grünen Kleid.]
(2)[Da ist ein Polizist] und [der sieht eine Frau in einem grünen Kleid]
Basierend auf der von Du Bois aufgestellten These wäre nun die Konstruktion in (2) die in der gesprochenen Sprache präferierte Struktur, da in (1) die NPs ein Polizist und eine Frau in ein einem grünen Kleid jeweils lexikalisch realisiert wurden. In (2) jedoch ist ein Polizist in der Valenz von sieht nur pronominal vertreten.
Der Vortrag soll Grundüberlegungen präsentieren und problematisieren, wenn es darum geht, ein geeignetes Korpus für eine Untersuchung der PAS im Deutschen aufzubauen und auszuwerten. Beispielhaft an Sprachaufnahmen und Transkripten wird gezeigt, dass dieses Phänomen in der deutschen Syntax spontansprachlicher Äußerungen nicht nur zu finden ist, sondern Sätze mit mehreren voll referentiellen NPs tatsächlich einen verschwindend geringen Anteil an der Gesamtmenge der geäußerten Sätze aufweisen. Dies alles nicht ohne das Damokles-Schwert der Frage nach der Anwendbarkeit des Begriffes „Satz” in der Analyse gesprochener Sprache.

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